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Ausstellung über das
Notaufnahmelager Uelzen-Bohldamm

Vom 13. Juni bis zum 1. August wird im Museum Schloss Holdenstedt eine Ausstellung über das Flüchtlingslager am Bohldamm in Uelzen zu sehen sein. Unter dem Titel "Angekommen - Angenommen? Das Notaufnahmelager Uelzen - Bohldamm 1945 - 1963" wird in sieben Räumen über sechs Wochen ein wichtiger Teil deutscher Nachkriegsgeschichte gezeigt.

Nachdem auf der alliierten Nachkriegskonferenz in Potsdam beschlossen worden war, die deutsche Bevölkerung aus Osteuropa endgültig zu vertreiben, wurde im Herbst 1945 in Uelzen ein Flüchtlingsdurch-gangslager errichtet. 1946 durchliefen mehr als 800.000 Menschen das Lager Uelzen. Mit der Verhärtung der politischen Beziehungen zwischen Ost und West kamen ab 1947 immer mehr Menschen aus dem östlichen Teil Deutschlands nach Uelzen, die aber aufgrund der schwierigen Nachkriegssituation nicht uneingeschränkt aufgenommen wurden.

Adenauer
Oberkirchenrat Harder - 1. April 1959

Im zentralen Durchgangslager Uelzen-Bohldamm wurde über die Aufnahme oder Abweisung der Sowjetzonenflüchtlinge entschieden, allerdings verweigerten die Länder häufig die Aufnahme der angenommenen Flüchtlinge und schickten sie nach Uelzen zurück. Die Situation im Lager drohte zu eskalieren. Erst nach einer dramatischen Schließungsaktion im Sommer 1949 kam es zu einer Einigung der Länder in Form der "Uelzener Verträge", die die Grundlage für die spätere Zuwanderungsregelung aus der DDR in die Bundesrepublik bildeten. Uelzen und Gießen, ab 1953 auch Berlin-Marienfelde, waren nun die Notaufnahmelager für DDR-Flüchtlinge. Die zunächst streng gehandhabte Aufnahme wurde aber im Zuge des sogenannten Wirtschaftswunders und den dadurch benötigten Arbeitskräften zunehmend großzügiger gehandhabt.

Der Mauerbau beendete die wechselhafte Geschichte des Notaufnahmelagers Uelzen, das im März 1963 geschlossen wurde. Bis dahin waren im Lager etwa 4 Millionen Menschen karteimäßig erfasst worden, mehr als 2,1 Millionen gingen direkt durch das Lager in Uelzen, davon fast 800.000 Flüchtlinge aus der DDR.
Neben der Darstellung der Entwicklung vom Durchgangslager für Vertriebene zum Notaufnahmelage für DDR-Zuwanderer soll vor allem der Weg des Zuwanderers von der Antragstellung bis zur Aufnahme - oder Ablehnung - in die Bundesrepublik dargestellt werden. Flüchtlingen aus der DDR wurde die Aufnahme in die Bundesrepublik grundsätzlich erteilt, wenn sie nachweisen konnten, dass sie in der DDR politisch verfolgt wurden. Sie hatten Anspruch auf wirtschaftliche Unterstützung. Abgelehnte Flüchtlinge konnten keinen Anspruch erheben, aber nicht zu einer Rückkehr in die DDR gezwungen werden.

Für die Ausstellung wurden zahlreiche Fotos, Dokumente und Exponate aus Privatbesitz wie aus regionalen und überregionalen Museen und Archiven zur Verfügung gestellt.

In die Ausstellung eingebunden sind auch Uelzener Schulen. Eine Berufsschulklasse nimmt an der baulichen Gestaltung teil, während sich eine zehnte Klasse des Herzog Ernst Gymnasiums mit der Frage auseinandersetzt, ob nach zwanzig Jahren Wiedervereinigung beide Teile Deutschlands in der Bundesrepublik angekommen sind oder die "Mauer in den Köpfen" immer noch besteht.

 

Die Ausstellung:

"Angekommen-Angenommen?
Das Notaufnahmelager Uelzen-Bohldamm 1945-1963"


vom 13.Juni bis 1.August 2010
im Schloss Holdenstedt

Veranstalter:

Museums- und Heimatverein
in Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt